Ein weiteres Museum in Köln?

Gleich vorweg, im Moment sind es nur Planspiele, oder besser gesagt, eine Initiative in Köln. Als Ziel ist geplant, das historische alte Funkhaus der WERAG in Köln-Raderthal neu zu beleben und dort mehrere Museumsbestände unter einem Dach zu vereinen. Der unter Denkmalschutz stehende Gebäudekomplex des ehemaligen Senders aus dem Jahre 1927 ist das Objekt der Gespräche und ersten Planungsarbeiten.
Da wir mit unseren Aktivitäten als CD-Museum ja auch in Köln zuhause sind, beteiligen wir uns aktiv an den Vorarbeiten und Gesprächen, die bereits im Jahre 2018 mit ersten Überlegungen begonnen haben.
 
 
 

Der historische Hintergrund

 
Nachdem die Zentraldirektion der WERAG (Westdeutscher Rundfunk AG)  von Münster nach Köln verlegt wurde, schaffte es der ehemalige Oberbürgermeister Konrad Adenauer der Stadt Köln, im Jahre 1926 auch im Ortsteil Köln-Raderberg ein neues Sendegebäude der WERAG zu errichten. Verantwortlich für den Bau war der Kölner Architekt Theodor Willkins, der mit einer dreiflügeligen, symmetrischen Bauweise auch optisch zu der Zeit Zeichen setzte und somit gilt das Sendehaus des WDR-Vorläufers als qualitätsvoller Vertreter des "Neuen Bauens" in Köln. Die beiden 80 Meter hohen Sendemasten waren aus Holz, um mögliche Einstörungen bei einer Eisenkonstruktion zu vermeiden. Der Baubeginn war dann 1997 und bereits am 15. Dezember 1997 startete der offizielle Sendebetrieb. Historische  Bilder
Im Zuge der Erweiterung der Senderkapazität des Senders Langenberg im Jahre 1932 war dann dieses Sendehaus nicht mehr erforderlich und die vorhandene Technik wurde abgebaut und nach Hannover verbracht, um dort wieder zum Einsatz zu kommen. Der Gebäudekomplex wurde dann nach dem zweiten Weltkrieg vorrangig vom englischen Militär genutzt als Veranstaltungsort im Umfeld der neu geschaffenen "englischen Siedlung". Nach Abzug der Engländer wurde es nicht mehr verwendet. Seit dem Jahre 1997 steht das Gebäude mit der Anlage unter Denkmalschutz. 
Zeitweilg diente es dann im Rahmen der Flüchtlingswelle auch als Unterkunft, da ja auch in den Seitenflügeln beim Bau des Sendehauses größere Beamtenwohnungen geschaffen worden waren, die für diesen Zweck genutzt werden konnten. Aktuell ist der bauliche Zustand stark renovierungsbedürftig und die Stadt Köln sucht hierfür einen Käufer.
   
 
 

Die Intiative zur Einrichtung eines Museums

 
Ein historisches Gebäude und auch gleichzeitig ein technisches Denkmal? Da liegt es auf der Hand, sich Gedanken zu machen, ob eine den ursprünglichen Einsatz entsprechende Nutzung nicht eine ideale Lösung darstellt. Und so kam die Idee auf, insbesondere zwei große Vereine, die sich der Sammlung und Dokumentation von Rundfunktechnologie verschrieben haben, ein neues Zuhause zu ermöglichen.
Im Jahre 2018 wurde dann die Initiative "Radiomuseum ins Funkhaus" mit Unterstützung der Anwohnergemeinschaft gegründet, mit dem Ziel, das ehemalige Funkhaus wieder zum Leben zu erwecken.
Bilder © Andreas Henseler
Und das CD-Museum ist neben weiterem Akteuren zwischenzeitlich mit dabei und es gibt es auch zahlreiche Unterstützer dieser Idee. In den bisherigen gemeinsamen Gesprächen haben wir erkannt, das vorgesehene Konzept zu erweitern und die Nutzung auch auf die technologischen Bereiche eines Museums zum Umfeld eines Radiomuseums auszudehnen. Ganz einfach, weil hier auch geschichtliche und technische Zusammenhänge bestehen und durch den "Schulterschluss" auch das gemeinschaftliche Museumsangebot im Kontext idealerweise und vielfältiger präsentiert werden kann.
Wer sich ein Bild machen will, wer denn alles diese Initiative unterstützt, kann sich gerne auf der für diese gemeinsame Initiative geschaffenen Website "radiomuseuminsfunkhaus.de" umsehen und ja, wir möchten natürlich noch weitere Unterstützer dieser Idee gewinnen. Wenn Sie also die Initiative und die Idee dahinter unterstützen wollen, wenden Sie sich bitte an den Koordinator der Initiative, die Mailanschrift finden Sie auf der genannten Website. Aktuell wird die Initiative von zahlreichen Einzelpersonen, aber auch von Organisationen, Vereinen und Nachbarschaftsgemeinschaften unterstützt.
Bedauerlicherweise hat inzwischen einer der ursprünglich beteiligten Vereine andere Lösungsvorstellungen einer Museumspräsentation und ist in der Initiative nicht mehr aktiv. Wir wünschen den Betreibern viel Glück bei der Umsetzung ihrer Vorstellungen.
   
 

 

Was ist zwischenzeitlich passiert?

 
Am jährlichen Tage des offenen Denkmals (Samstag, 07.09.2019) der Stadt Köln hat sich freundlicherweise Herr Andreas Henseler¹ persönlich eingesetzt, auch das ehemalige Funkhaus in Köln-Raderberg für interessierte Besucher zugänglich zu machen. Die Nachfrage war außerordentlich gut und so musste er mehrere Führungen durch das Gebäude machen.
Herr Torsten Ilg² von den "FWK" hat hierzu auch ein Video erstellt, dass wir hier mit eingebunden haben, weil es einen sehr schönen ersten visuellen Überblick ermöglicht.
Das historische WERAG Funkhaus befindet sich auf der Hitzelerstraße 125 in Köln-Raderthal.
¹Herr Dipl.-Ing. Andreas Henseler ist Sprecher der Initiative "Radiomuseum ins Funkhaus" und Beigeordneter a.D. des Rates der Stadt Köln! Auch war er maßgeblich aktiv bei der Realisierung des "Sport- und Olympiamuseums" (Nähe Schokoladenmuseum) am Rhein und des Abenteuermuseums "Odysseum" in Köln-Kalk.
²Herr Torsten Ilg ist bei den "Freien Wählern Köln" und als Mitglied der Bezirksvertretung in Rodenkirchen aktiv. Das Copyright an dem von Herrn Ilg erstellten Video liegt natürlich bei den Freien Wählern Köln und hier namentlich bei Herrn Ilg. Wir danken für das schöne Dokument.
Der Stand der Dinge ist natürlich so, wir hoffen durch unsere gemeinschaftlichen Bemühungen der Initiative mit den Unterstützern zunächst einmal überhaupt die Voraussetzung einer Machbarkeit unserer Vorstellungen prüfen zu lassen. Auf dieser Basis soll dann ein Konzept erarbeitet werden, was unter Berücksichtigung der Bedingungen des Denkmalschutzes planerisch möglich ist und was insbesondere zunächst auch an Sanierungsarbeiten und zusätzliche Umbauplanungen notwendig ist, um aus dem Gebäudekomplex ein Museum zu machen. Bilder © CD-Museum
Erfreulicherweise sind zwei rennomierte Technische Hochschulen aus Köln und aus Detmold mit dabei und lassen im Rahmen von Bachelor- und Semester-Abschlussarbeiten derzeit Entwürfe, Modelle und Skizzen von den Studierenden erarbeiten, die im März dieses Jahres präsentiert werden.
Im Vorwege zu diesen Arbeiten wurde von der TH Köln auch ein Grundriss und Aufriss des Gebäudekomplexes erstellt, weil es einen solch Plan nicht gab und erst auf Basis dieser Vorarbeiten weitere planerische Aktivitäten möglich sind.
Das eigentliche Ziel und damit auch Voraussetzung für die Nutzung des historischen Funkhauses ist allerdings eine für unser Projekt erforderliche Zusage einer kostenfreien Nutzung des Objektes für den Zeitraum von mehreren Jahrzehnten. Doch das muss im Rat der Stadt Köln erst noch positiv entschieden werden. Erst dann können wir gemeinsam in eine weitere Planung einsteigen, um das Projekt mit Leben zu erfüllen.
Immer wieder ist bei allen Aktivitäten auch die Presse eingebunden, die über Termine und Geschehnisse berichtet. 
 
Welche Museen mit ihren Beständen aktuell zu diesem Projekt gehören, ist auf der Seite der "Beteiligten" zu sehen. Bitte hierzu unten im Menü die Schaltfläche Projekt Museum - die Beteiligten anklicken.
   
Weitere und aktuelle Information finden sie auf der Website des Netzwerkes https://radiomuseuminsfunkhaus.de